Stillberatung beim Schwangerschaftsdiabetes

Ein besonderes Anliegen ist mir die Beratung zum Stillen.

Eine gute Beratungg und Aufklärung im Vorfeld ist ebenso wichtig, wie die Begleitung im frühen Wochenbett, oder beim Abstillen sobald man feste Nahrung zufüttert.

Bei besonderen Schwangerschaften, wie bei einem Schwangerschaftsdiabetes, der nicht selten vorkommt, und beim Zuckertest in der 24. bis 28 SSW entdeckt werden kann, ist eine ausführliche Beratung im Vorfeld sinnvoll.

Durch den schwankenden Blutzucker der Schwangeren mit einem Schwangerschaftsdiabetes kann es nach der Geburt zum Unterzucker beim Baby kommen. Deswegen wird der Blutzucker beim Kind nach der Geburt gemessen, je nach Krankenhaus in der 3., 6., 12. und 24. Lebensstunde. Fällt der Blutzucker des Babys zu niedrig aus, sollte gefüttert werden. Um ein Zufüttern von Säuglingsnahrung zu vermeiden, kann die Schwangere am Ende der Schwangerschaft Vormilch aus der Brust ausstreichen, um einen Vorrat zu gewinnen. Dabei liegt eine realistische Menge an Vormilch (Kolostrum) pro Auststreichen bei etwa 1ml bei beiden Brüsten. Kolostrum wird bereits ab der 28.SSw in den Brustdrüsen gebildet und ist bei jeder Schwangeren am Ende der Schwangerschaft in der Brust verfügbar

Leider ist das Wort „Ausstreichen“ etwas irreführend. Der englische Begriff „milk expression“ trifft es eher, da es sich eher um ein Drücken, denn ein Streichen handelt. Viele Schwangere können beim ersten Versuch eine Milch gewinnen und geben dann bereits auf. Hier ist es dann hilfreich, den Versuch noch einmal zu besprechen und ggf. als Hebamme das Ausdrücken zu demonstrieren. Die meisten Schwangeren sind sehr erstaunt, wie fest gedrückt werden muss. Zum Drücken nimmt man Zeigefinger und Daumen und legt sie gegenüber auf den Rand des Brustwarzenhofes. Dann drückt man mit beiden Fingern zum Brustkörper und schließlich beide Finger zusammen. Die Brustwarze sollte nicht vorne gequetscht werden, weil dann keine Milch aus der Brust läuft. Vor dem Ausdrücken kann die Brust mit flachen Händen massiert und gelockert werden. Ebenso kann ein warmer Umschlag helfen, dass die Milch besser läuft.

Das Auffangen der Milch geschieht tröpfchenweise mit einer 1 oder 2ml Spritze. Die Milch kann darin eingefroren werden und hält sich 6 bis 12 Monate in einem Tiefkühler der unter -17°Ckühlt. Diese Milch sollte aber vorzugsweise ins Krankenhaus mitgenommen werden, um einen Vorrat für die ersten 1 bis 2 Tage zu haben.

Stillen ist vor allen Dingen nach einem Schwangerschaftsdiabetes wichtig. Studien belegen, dass Stillen bei der Mutter einen späteren Typ 2 Diabetes verzögert. Gleichzeitig ist das Stillen durch verschiedene Faktoren nach einem Schwangerschaftsdiabetes erschwert. Zusätzliche Hindernisse sind Übergewicht der Mutter, große Babys, eine PDA oder ein Kaiserschnitt. Leider treten diese Faktoren häufig zusammen auf, da diese Schwangeren häufiger eingeleitet werden und dies zu weiteren Interventionen führt. Eine gute Vorbereitung und Informationen zum Stillen sind deswegen dringend notwendig.

In, teilweise mehreren Gesprächen, gegen Ende der Schwangerschaft oder auch im Geburtsvorbereitungskurs erkläre ich die Zusammenhänge und wie die Schwangere sich optimal, nach ihren Wünschen, vorbereiten kann.

 

Bild: Ana Cuncan

 

 

 

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